wurfpostmoderne, 2005-2015

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wurfpostmoderne

Das Unding an sich

Wie ein Chor erstarrt im Abgang steht die Stadt, geordnet gewesen, für einen Gesang. Wie klang die erste Zeile? Wessen Namen trug die erste künstliche Schlucht. Aufstellung der Steine. Manch ein Mund hat sich noch nicht geschlossen. Der Applaus bleibt ewig aus. Außer wenn es regnet, vielleicht, klingt es wie der Schluß der Vorstellung. Die hellen Waben der Wachen schweben im Dunkeln. In einem Club tanzen zehn. Einer der Tänzer rettet sich in Schritten vor etwas Verborgenem. Er hat sich einen Hinweis auf den Spann seines Fußes tätowieren lassen. Dort steht : living circles. Die Frau in ihrem Auto folgt den weißen Spuren der durchbrochenen Linien und versucht an nichts zu denken . sie hat ihr Haus unter dem Vorwand verlassen etwas Vergessenes zurückzuholen. Das Autoradio macht sie zur Zeugin . Der Star singt. Er folgt dir. Er liebt dich. Sie schaltet ab.

Die Nacht ist in einem Stadium, das so groß ist, weil um diese Zeit wenig Betrachtung die Strassen verengt. Das Land ist blind, schon immer. Inmitten dieser stillen Unruhe aus Licht und harten Quadern durchsetzt von den sehnigen , fleischigen Auswüchsen im Schlaf Atmender, umgeben von den zu diesem Zeitpunkt nutzlosen Bestandteilen der Welt, durchschwimmt er ein goldenes Tor. Glänzende Kuppeln erscheinen am Horizont.

„Ich dagegen sage: es sind uns Dinge als außer uns befindliche Gegenstände unserer Sinne gegeben, allein von dem, was sie an sich selbst sein mögen, wissen wir nichts, sondern kennen nur ihre Erscheinungen, d. i. die Vorstellungen, die sie in uns wirken, indem sie unsere Sinne affizieren. Demnach gestehe ich allerdings, daß es außer uns Körper gebe, d. i. Dinge, die, obzwar nach dem, was sie an sich selbst sein mögen, uns gänzlich unbekannt, wir durch die Vorstellungen kennen, welche ihr Einfluß auf unsre Sinnlichkeit uns verschafft, und denen wir die Benennung eines Körpers geben, welches Wort also bloß die Erscheinung jenes uns unbekannten, aber nichtsdestoweniger wirklichen Gegenstandes bedeutet. Kann man dieses wohl Idealismus nennen? Es ist ja gerade das Gegenteil davon.“ I.Kant