on the waterfront 2.0, 2008

  • "on the waterfront 2.0", 2008, still #1

on the waterfront 2.0

Marlon Brando läuft blutend gegen eine bunte, digitale Mauer. Marlon Brandos verletztes Gesicht, welches ihn bei seinem letzten Gang in dem schwarzweißen Gewerkschaftsfilm „on the waterfront“ zeigt verschwindet hinter zunehmend farbiger werdenden animierten rechteckeigen Bildstörungen (Pixeln).
Die Fremdheit und starke Abstraktion welche die Darstellung von Blut in schwarzweißen Filmaufnahmen bedeutet , verdoppelt sich durch die digitale Codierung „alten“ Materials, da hier ein Schwarzweißfilm „unsichtbare Farbe“ enthält. Um die Codierung zu zeigen und die schwarze Wunde hervorzuheben habe ich die Grossaufnahmen des blutenden Gesichts zusammen geschnitten , digitalisiert und teilweise zerstört. Die so entstandenen farbigen, abstrakten Elemente wurden durch eine Animation zusätzlich hervorgehoben und gipfeln in einem unwahrscheinlichen Testbild, welches einem abstrakten Kunstwerk gleicht. Ich wählte Ausschnitte aus „on the waterfront „ von Elia Kazan, weil sich der Subtext des Filmes, der verzweifelte Kampf der Arbeiter gegen ein korruptes, ausbeuterisches Systhem artefacthaft in Marlon Brandos Gesichtsausdruck zeigt und somit eine weitere Betrachtungsebene öffnet. Der Sound generiert sich aus Schnitt und Störung. Hier überlagern sich klassische, orchestrale Klänge mit digitalen Störgeräuschen und werden durch den Schnitt rythmisiert. Die Arbeit folgt einem grundlegenden Ineresse an der Inszenierung der Dramatik . Wie bei einer Restauration werden die oberen Schichten abgetragen um das darunterliegende Bild zu zeigen. Der mediale Träger wird letzlich selbst zum Mitspieler.

on the waterfront 2.0